Vol. 9 - Ballads

Was ist eine Ballade?
Ein langsames Stück? Viele Musiker pflegen pro Set ein solches im Programm einzubauen, allerdings kann das auch ein Bossa Nova oder so etwas sein, ein ruhiger Walzer, (wie z.B. For Jan), oder ein Duo. Es gibt viele Möglichkeiten etwas Ruhe und Besinnlichkeit in den Konzertablauf einkehren zu lassen. Im Vergleich zu den schnelleren, durchaus gewollt fetzigen, energiegeladenen Stücken richtet sich bei den Balladen die Energie gewissermassen nach innen statt nach aussen, die Musik sollte "in sich gehen" und nicht explodieren. (Auch wenn sich dies innerhalb einer Ballade durchaus auch umkehren und es zeitweise auch "losgehen" kann). In einem langsamen Tempo trotzdem zu swingen, einen "Groove" zu etablieren ist nicht leicht, und auch der vermeintliche Vorteil für die Solisten, dadurch Zeit zu bekommen, die Melodien und die Harmonien auszukosten, ist eigentlich eine Reifeprüfung. Auch Kommunikation und Zusammenspiel müssen bis ins feinste Detail stimmen. Wenn es aber den Musikern gelingt, mit einer Ballade Spannung zu erzeugen, entsteht etwas vom schönsten, was die Musik zu bieten hat.
Die vorliegende CD bietet dafür sieben eindrückliche Beispiele. Und wenn Alice Day- von der schon die erste der inzwischen über 20 CDs "live at bird's eye" stammte -auch auf dieser CD wieder vertreten ist, dann nicht nur, weil sie zusammen mit Cojazz Plus gewissermassen die Hausformation des Clubs darstellt, sondern weil sie wirklich eine Meisterin der Ballade ist. Beim ersten und letzten Stück der CD handelt es sich um Standards, klassische Balladen, alle andern sind neuere Kompositionen der jeweiligen Musiker, mit Ausnahme von "Influencia do Jazz" von Carlos Lyra. Ironischerweise beschwert sich der Text dieses Bossa Nova darüber, wie der Jazz den Samba zerstöre, obwohl gerade dieser Einfluss den Bossa Nova überhaupt erst hervorgebracht hat - aber das ist eine andere Geschichte. Dieses Stück stellt ein absolutes Unikum dar, was die Formation betrifft, denn eigentlich stand ein Quintett auf der Bühne, die Rhythm Section machte nur einmal Platz, um Andy Scherrer als Gast für dieses eine Stück auf die Bühne zu bitten, was uns die einmalige Gelegenheit bietet, diesen "Ausnahmemusiker" sowohl am Piano wie auch am Sax auf derselben CD zu hören. Auch keine klassische Ballade ist "Magone", ein Stück, das unmittelbar vor der Produktion dieser CD im Club präsentiert und mitgeschnitten wurde, aber auch als Titel der soeben erschienenen Studio-Produktion des Bert Joris Quartets (FDM 46050 369112) fungiert. Wir danken Dreyfus Jazz herzlich für die Erlaubnis, diese Live-Version trotzdem für unsere CD verwenden zu dürfen.
Wir hoffen Sie haben Musse, dieses Tondokument geniessen und sich von der Magie der ruhigen Seite des Jazz verzaubern lassen zu können.


Die CD ist im bird's eye jazz club (oder per Bestellung mit 4.- Versandzuschlag) erhältlich.
Der Preis beträgt CHF 30.- resp. CHF 25.- für Mitglieder.
 

    
 

COJAZZ PLUS FEATURING ALICE DAY: THAT'S ALL (Alan Brandt / Bob Haymes)
Alice Day: vocals
Andy Scherrer: piano
Stephan Kurmann: bass
Peter Schmidlin: drums
Willy Kotoun: percussion
 

THE ENDGRAD: COLOR OF WATER (Johannes Enders)
Herwig Gradischnig, Johannes Enders: saxophones
Thomas Stabenow: bass
Howard Curtis: drums
 

SPINNLER/MEARS/VALLON/OESTER: THE POPE´S ANSWER (Adrian Mears)
Lisette Spinnler: vocals
Adrian Mears: trombone
Colin Vallon: piano
Bänz Oester: bass
 

BERT JORIS QUARTET: MAGONE (Bert Joris)
Bert Joris: trumpet
Dado Moroni: piano
Ira Coleman: bass
Dré Pallemaerts: drums
 

DA SILVA/CORRÊA/SCHERRER: INFLUÊNCIA DO JAZZ (Carlos Lyra)
Ana Paula Da Silva: vocals
Alegre Corrêa: guitar
Andy Scherrer: tenorsax
 

FRANCK AMSALLEM TRIO INVITES STÉPHANE BELMONDO: FOR JAN (Kenny Wheeler)
Stephane Belmondo: trumpet
Franck Amsallem: piano
Clovis Nicolas: bass
Karl Januska: drums
 

RENATO CHICCO TRIO: DON'T EXPLAIN (Arthur Herzog jr, / Billie Holiday)
Renato Chicco: piano
Philippe Aerts: bass
Andrea Michelutti: drums